
Warum Ihre echte E-Mail-Adresse Ihr digitaler Personalausweis ist (und wie man ihn schützt)
Ihre E-Mail verrät mehr über Sie als Ihr Reisepass. Erfahren Sie, warum ihr Schutz zu einer Frage des digitalen Überlebens geworden ist.
Schließen Sie die Augen und denken Sie zwei Sekunden nach. Was ist das Einzige, das Sie benutzen, um:
- Auf Ihr Bankkonto zuzugreifen?
- Ihre Urlaubsfotos aus der Cloud wiederherzustellen?
- An einem Dienstagabend Sushi zu bestellen?
- Das Passwort für buchstäblich jedes andere Konto zurückzusetzen?
Ihre E-Mail-Adresse.
Sie ist nicht nur ein Kommunikationsmittel. Sie ist Ihre digitale Sozialversicherungsnummer. Sie ist der rote Faden, der alle Ihre Online-Aktivitäten miteinander verbindet. Das Problem ist, dass Sie sie mit der gleichen Sorglosigkeit herausgeben wie einen Flyer auf der Straße.
Das Festmahl der Datenhändler
Jedes Mal, wenn Sie Ihre E-Mail-Adresse eingeben, um ein "Kostenloses E-Book" herunterzuladen oder 10% Rabatt auf ein Paar Turnschuhe zu erhalten, bekommen Sie nicht nur ein Geschenk. Sie verschenken ein Puzzleteil.
Data Brokers (Datenhändler) lieben Ihre E-Mail. Warum? Weil sie ein einzigartiger Schlüssel ist. Durch Kreuzen dieses Schlüssels können sie herausfinden, dass der "Max Mustermann", der Vitamine auf Seite A kauft, derselbe ist, der auf Seite B nach einer Autoversicherung sucht.
Das Ergebnis? Ihr Werbeprofil wird präziser, und Ihr Posteingang beginnt wie eine öffentliche Müllhalde für Werbeaktionen auszusehen, nach denen Sie nie gefragt haben.
Das Risiko des "Single Point of Failure"
Jenseits von Spam gibt es eine viel realere Gefahr: Hacking.
Wenn ein Hacker Ihre primäre E-Mail-Adresse in die Finger bekommt, hat er 50% des Weges geschafft. Alles, was er dann noch tun muss, ist Ihr Passwort zu knacken (oder es in einem früheren Datenleck zu finden), um vollen Zugriff auf Ihr Leben zu haben. Einmal in Ihrem Postfach, kann er bei Ihren sozialen Medien, Ihrer Bank und sogar Ihren Steuern auf "Passwort vergessen" klicken.
Das nennt man einen Single Point of Failure (einzelner Fehlerpunkt). Und es ist erschreckend.
Die Strategie der "Abschottung"
Also, was tun wir? Zurück in eine Höhle ohne WLAN ziehen?
Nicht nötig. Sie müssen nur eine einfache Regel anwenden, die Spione und Sicherheitsexperten gut kennen: Abschottung (Compartmentalization).
Die Idee ist, niemals alle Ihre digitalen Eier in einen Korb zu legen. So geht's:
- Die Tresor-E-Mail: Eine Adresse, die niemand kennt, geschützt durch einen physischen Sicherheitsschlüssel (Yubikey) und eine felsenfeste Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA). Sie ist nur für Ihre Bank und ultra-kritische Dienste.
- Die Sozial-E-Mail: Für Freunde und Familie.
- Die Wegwerf-E-Mails (JunkMail): Für ALLES andere.
Warum JunkMail Ihr bester Verbündeter ist
Da kommen wir ins Spiel. Mit JunkMail erstellen Sie eine Pufferzone.
Wollen Sie dieses trendige neue Design-Tool ausprobieren? Erstellen Sie eine ephemere Adresse. Die Seite wird gehackt? Kein Problem – die Adresse ist bereits weg oder enthält nichts Persönliches. Fangen Sie an, Spam zu bekommen? Löschen Sie das Postfach mit einem Klick.
Indem Sie Wegwerf-Adressen für Ihre täglichen Anmeldungen verwenden, kappen Sie den Faden. Sie werden zu einem Geist für Werbetreibende und zu einem beweglichen Ziel für Hacker.
Fazit: Holen Sie sich die Kontrolle zurück
Ihre digitale Identität ist kostbar. Sie verdient etwas Besseres, als für einen 2-Euro-Rabattgutschein verkauft zu werden. Fangen Sie heute an, Ihre primäre E-Mail zu schützen, als wäre sie Ihr Zuhause.
Bringen Sie ein Sicherheitsschloss an, und benutzen Sie für Fremde eine Wegwerf-Gegensprechanlage.
Bereit aufzuräumen? Erstellen Sie Ihre erste anonyme Adresse auf JunkMail.